Fütterung
Für die Fütterung werden nur beste Erzeugnisse verwendet, wie Schwarzhafer, Gerste, hochwertige Pellets, u.a.. Das Heu wird mit hohen Qualitätskriterien auf eigenen Wiesen geerntet. Die Futterration wird individuell auf jedes Pferd abgestimmt.
Auch das Stroh zur Einstreu muss den hohen Kriterien des Futters entsprechen.
Hafer (Avena sativa L.)
Als eine weltweit angebaute Getreideart ist Hafer als Rispengras eindeutig von den anderen in Deutschland kultivierten Getreidearten (Ähren) zu unterscheiden. Die Zuchtform des Hafers entstand aus der Wildform Flughafer. Man unterscheidet heute verschiedene Arten, unter anderem: Weiß-, Gelb-, Schwarz-, Nackthafer. Das Korn des Hafers ist in der Regel noch von den Spelzen umhüllt, außer beim Nackthafer.
Beim Anbau in Deutschland überwiegt der Weiß- und Gelbhafer, sehr vereinzelt auch Nackthafer, in Frankreich und den BE-NE-LUX - Ländern wird jedoch in der Pferdefütterung der Schwarzhafer bevorzugt und auch auf meinem Hof wird der "Schwarze" gefüttert. Hafer besitzt die höchste Verdaulichkeit aller Getreidearten!
Gerste (Hordeum vulgare L.)
In Deutschland baut man Gerste für zwei Zwecke: zum einem die Futtergerste und zum anderen die Braugerste. Alle hier angebauten Sorten sind bespelzt. Anders wie beim Hafer ist der Spelz der Gerste mit dem Korn verwachsen. Es gibt auch unbespelzte Sorten.
Die Futtergerste enthält in der Regel mehr Eiweiß und wird überwiegend in Form von Wintergerste angebaut. Die Aussaat beginnt schon Ende September und wird im darauffolgenden Jahr Ende Juni Anfang Juli gedroschen, dies entspricht einer Zeit von 270 bis 300 Tagen.
Futtergerste wird auch als Getreidekomponente in Pellets eingesetzt um so den Haferanteil zu senken.
Die Sommergerste dient bevorzugt zur Erzeugung von Braugerste und wird gezielt mit niedrigem Eiweißgehalt gezüchtet (Vorraussetzung bei der Malzerzeugung). Dies macht man sich in der Pferdefütterung leider noch viel zu wenig zu Nutzen. Anders auf meinem Hof: Obwohl Braugerste (Sommer-) im Verkauf mehr Erlös bringt, wird sie dennoch eingelagert und in der Pferdefütterung eingesetzt.
In den arabischen Ländern ist Gerste das Pferdefutter schlechthin. Gerste hat eine etwas geringere Verdaulichkeit als Hafer. Im Gegensatz zu Hafer reagieren empfindliche Pferde jedoch nicht mit der sogenannten "Haferspinnigkeit".
Weizenkleie (Tritici furfur)
Weizenkleie besteht aus den äußeren Schichten des Weizenkorns und geringen Teilen des Mehlkörpers. Weizenkleie enthält Eiweiß, verdauliche Kohlenhydrate und etwa 50 % Ballaststoffe, sowie wenig Fett. Weizenkleie wird am besten in feuchtem Zustand verfüttert. Sie wird besser gefressen, außerdem quillt trockene Kleie im Magen auf. Weizenkleie wirkt leicht abführend. Das Calcium-Phosphor Verhältnis ist in Weizenkleie wie in allen anderen Getreidearten und Getreideprodukten unausgewogen und muß ausgeglichen werden.
Weizenkleie ist Grundlage für die Zubereitung von Mash. In der Regel wird zur Herstellung Leinsamen gekocht und zusammen mit der Kleie und evtl. etwas Glaubersalz warm als Brei oder Kleietrank verabreicht. Mash wird von allen Pferden angenommen und wird gerne in der Rekonvaleszenz verabreicht.
Mash unterstützt die Regeneration nach Wettkämpfen, Deckeinsatz und Fohlengeburt. Besonders gerne wird Mash älteren und nervösen Pferden sowie bei Verdauungsschwächen, zur Vorbeugung von Koliken, im Haarwechsel und bei Futterumstellung angeboten.
Heu
Unser Fuhrpark ist komplett für die gesamte Heuwerbung (Ernte) ausgestattet. Nichts überlassen wir hier dem Zufall; nur das Wetter können wir nicht beeinflussen - noch nicht.
Grundsätzlich verwenden wir nur den ersten Schnitt von unseren Wiesen für die Pferdefütterung - er enthält aufgrund seiner Qualität mehr Rohfaser und entsprechend weniger Rohprotein (Eiweiß) als die weiteren Schnitte, die auf den Wiesen gemacht werden können. Die strukturierte Rohfaser vom Heu bietet den Pferden nicht nur Beschäftigung über längere Zeit, sondern ist auch sehr wichtig für den gesamten Verdauungstrakt.